Enveloping3D - Algorithmen

 

Räumlichkeitseindruck, Schallquellen von vorne

Ausgangspunkt der Entwicklung der Enveloping3D-Algorithmen war die auf der vorigen Seite bereits beschriebene Beobachtung, dass sich bei Musikaufnahmen mit HOA für den Hörer kein befriedigender dreidimensionaler Räumlichkeitseindruck einstellt. Ein solcher Räumlichkeitseindruck ist Konzertbesuchern klassischer Musik aus guten Konzertsälen bekannt - auch bei Popmusik verbessert er, wenn er sich denn einstellt, den Gesamtklang fundamental.

Manche aktuellen 3D Audio Aufnahmen behelfen sich mit einem Trick: Schallquellen werden nicht nur vorn, sondern auch seitlich, hinten und/oder oben platziert. In Einzelfällen funktioniert das beeindruckend, aufs Ganze gesehen aber handelt es sich um einen Trick, mit dem vom mangelnden Grund-Räumlichkeitseindruck abgelenkt wird. Auf fast allen Bühnen der Welt nimmt das Publikum die Künstler von vorne wahr. Ein brauchbares 3D Audio-System muss diese Situation mit beindruckender Räumlichkeit darstellen können.

 

Wahrnehmungsphysiologie

Die Mechanismen des Hörens, was diesen Räumlichkeitseindruck und die Wahrnehmung diffusen Schalls überhaupt angeht, sind noch unzureichend erforscht, wie auch das Verständnis des Diffusschalls in der Akustik als unvollständig anzusehen ist. Man kann aber davon ausgehen, dass das menschliche Wahrnehmungssystem, wie bei anderen Hörphänomenen auch, über mehrere Herangehensweisen verfügt, mit denen das Vorhandensein von Diffusschall detektiert und vom Hörer erfahren wird.

In diesem Umfeld setzen die Enveloping3D Algorithmen an, indem sie im HOA-Klangfeld die Räumlichkeit verändern, dabei unvermeidliche Verluste des Übertragungssystems ausgleichen und eine Anpassung an die Gegebenheiten der menschlichen Wahrnehmung vornehmen.

 

Wirkung

Die Wirkung der Algorithmen auf den Hörer ist vergleichbar mit der Wirkung der Raumakustik in einem guten Konzertsaal, vielleicht ist sie sogar noch intensiver. Es gelingt dabei auch, einen Widerspruch aufzulösen, der bei 3D Audio viel stärker als bei einfachem Stereo in den Vordergrund tritt: der Hörer ist es von Aufnahmen gewohnt, (virtuell) relativ nah am Geschehen (sprich: den Instrumenten als Schallquellen) platziert zu sein - jedoch erwartet er bei 3D Audio zu Recht gleichzeitig das Raumerlebnis eines Konzertsaals, das nur möglich wird bei einer erheblichen (virtuellen) Distanz zum Geschehen, der Voraussetzung für die Entfaltung der Räumlichkeitsinformationen. Auch im Konzertsaal eignen sich bekanntlich die vorderen Sitzreihen nicht für die Erfahrung des Gesamt-Klangerlebnisses.

Die ersten Erfahrungen mit mit den Algorithmen bearbeiteten Aufnahmen zeigen, dass auch das Hörerlebnis bei Popmusik in enormem Umfang von dieser Art von Räumlichkeit profitiert und dass richtig umgesetztes 3D Audio zu einer „Renaissance des Hörens“ und zu einer ganz neuen Art von Hörkultur führen wird.

 

Bedeutung

Die Bedeutung der Algorithmen ist kaum zu überschätzen, da sie an den verschiedenen Stellen des Audio-Übertragungsprozesses immer wieder für Justierungen und Anpassungen benötigt werden.

 

-   -   -   -   -   -   -   -   -   -   -

nächste Seite:
Enveloping3D Kopfhörer-Upmix

 

 

 

Impressum - rechtliche Hinweise

m1
m1 Musikalische Interpretation: Aufnahmen, Forschung & Beratung m1
m1 Musikalische Interpretation: Aufnahmen, Forschung & Beratung m1
m1
m1
item2